LIEBE ZU SICH SELBST

posted Oct 9, 2011, 6:54 AM by VAK Wien   [ updated Oct 9, 2011, 6:55 AM ]
Jesus lebte Selbstliebe, in dem Masse wie er sich seinem Nächsten, der Menschheit, hingab.
Die Liebe, die man seinem Nächsten entgegenbringen soll, ist die natürliche Folge der Liebe, die man sich selbst erweist. Ohne deren Präsenz wäre eine völlige Verwirklichung der Liebesfähigkeit sehr schwierig.
Nur wenn der Mensch sich liebt, kann er das edle Gefühl erweitern, es auf jene austeilen, die ihn umgeben, und es auf andere leben Wesen und auf Mutter Natur ausdehnen.
Die Selbstliebe muss durch Meditation und Selbst-Analyse entwickelt werden; denn dem Wesen eigen, benötigt sie Anregungen, um sich entfalten und das Leben bereichern zu können.
Diese Selbstliebe ergibt sich aus der Achtung, die ein jeder sich selbst schenkt, indem er für die in ihm latent ruhenden ethischen Werte arbeitet. Diese verdienen auf eine Weise entfaltet zu werden, dass sie sich in von Ignoranz befreiende Lichter und in  geistigen Frieden verwandeln, um auch andere Leben zu prägen.
Ohne diese Selbstliebe verfügt der Mensch über keine Mittel, um den Nächsten zu Selbstwertfindung und Selbstwachstum zu ermutigen und dabei sich gröbster, aufdringlicher Gefühle, fern würdiger und befreiender Anregungen, zu enthalten.
Die selbstliebe verleiht der Verantwortlichkeit, die man seinem Leben schuldet,  und der Anstrengungen , es stets würdig zu gestalten, eine emotionale Dimension, so dass man seine Erkenntnisse vertieft, die Empfindungen sublimiert und sie immer auf die nächst höheren Ziele ausrichtet.
Auf diese Weise ist es leicht, innere Errungenschaften zu bewahren und sie mittels der Anwendung des Kodex der Brüderlichkeit und es Mitgefühls, der Nächstenliebe und des Verzeihens weiter zu entwickeln.
Die Erkenntnis seiner selbst, von der Selbstliebe inspiriert, wird luzid im Hinblick auf begangene Irrtümer und ermöglicht zu einer Zeit eine Wiedergutmachung, in der der Nächste fähig ist, die Schwierigkeiten zu verstehen, die man auf der Suche nach Glückseligkeit hat.
Indem er den Zweck seines irdischen Daseins verstehet, entdeckt der Mensch die Selbstliebe, arbeitet er ohne Verzweiflung, vertraut er ohne innere Unruhe, dient ohne Demütigung, produziert ohne Knechtischen Zwang und schreitet frei von verwirrenden Spannungen in Richtung seiner wesentlichen Lebensziele voran.
Die Selbstliebe trägt bei zur Aufwertung seiner bereits erreichten Resultate und regt zu neuen Versuchen an mit Blick auf die Verwirklichung eines erfüllten Daseins.
Niemand, der sich anschickt zu lieben, ohne die inneren Beunruhigungen gelöst zu haben, die in ihm Lieblosigkeit erzeugen und sich gegen seine Selbstwertschätzung verschwören, wird das Wunschziel erreichen.
Fehlende selbstliebe hat ihre Ursache stets in Konflikten, die auf eine lieblose Kindheit voller Frustrationen zurückgehen, auf Vorhaben, die nicht wunschgemäß vollzogen wurden und deshalb Minderwertigkeits-Komplexem, innerer Unsicherheit und psychologischen Fluchten Vorschub leisteten.
Sehr oft findet ein Mensch, der sich selbst nicht liebt, frivole Gründe, um ein Gefühl existentieller Leere zu rechtfertigen, indem er auf den Nächsten überträgt, was er selbst genießen und besitzen möchte.
Es sind physische Details, von denen er meint, dass sie ihm vorenthalten wurden, wie persönliche Befriedigung in seiner Erscheinung oder Konstitution, Schwierigkeiten mit seiner Intelligenz, mit seiner sozialen Stellung, mit seiner Gesundheit, Dinge, die zweifellos nicht erwähnenswert sind, denen auf positive Weise begegnet werden sollte, und die im Gegensteil zu neuen Auseinandersetzungen animieren müssten, zu siegen über Siegen.
Über längere Zeit setzt der Mensch aufgrund der Friedlosigkeit mit sich selbst Gründspan an, indem er sich Misserfolge zuschreibt nie eingetroffen sind, Unglücke, für die er nicht verantwortlich ist, wenn er Vergleiche mit andern Menschen anstellt, die er glücklich und Problemfrei glaubt.
In einer konfliktiven Haltung versucht er, im wilden Kampf des Geldscheffelns sich zu lieben, um beneidet zu werden… Er gibt sich erschöpfender Arbeit hin, flieht unbewusst seine Wirklichkeit oder hält sich in der Erfüllung seiner Aufgabe oder in der Verwirklichung dessen, was er sich vorgenommen, für unersetzlich.
Wenn der Mensch beginnt, sich selbst zu lieben, entdeckt er, dass es kleine Dinge sind, jene scheinbar unwichtigen, die sich als die eigentlich ermutigenden herausstellen.
In einsamen Stunden der Selbst-Analyse und Besinnung, Zeiten stillen Gebetes oder der Erholung bei Musik, ruhigen Spaziergängen, beim Liebkosen von Kindern oder Tieren, Besorgen von Pflanzen, Blumen, etwas Lebendigen fühlt er ringsum den Fluss des Lebens.
Bei andern Gelegenheiten, bei erbaulichen, zweckfreien, seelisch bedachtsamen Gesprächen, erlangt er Klarheit über seine Pflichten und Aufgaben, wird ihm Achtsamkeit abverlangt.
In der Folge wird eine Bewertung dessen notwendig, was von sekundärer Bedeutung ist und dem man übertriebene Wichtigkeit beigemessen hat.
Die Selbstliebe erfüllt eine selbsttherapeutische Aufgabe, eil sie von Konflikten bereit, die sich in Selbstbestrafung, Selbstzensur und Selbstmitleid äußern.
Das Verständnis für die eignen Grenzen und Möglichkeiten gibt Gelegenheit zur Freude über dass schon Erreichte und ermutigt zu dem, was noch erreicht werden kann.
Auf diese Weise kann sich kein Egoismus einnisten, weil der Ehrgeiz fehlt, zu besitzen oder zu beherrschen, hervorzustechen oder zu besiegen oder sonst wie eigene verwirrende Leidenschaften auszuleben.
Jesus lebte Selbstliebe, in dem Masse wie er sich seinem Nächsten, der Menschheit, hingab.
Nie erlaubte er sich, die Aufgabe, die zu erfüllen er in die Welt gekommen war, zu vernachlässigen.
Nie nahm er sich heraus, die Erfüllung einer Pflicht jemand anderem zu überbinden, auch nicht, als er verfolgt, verleumdet, grundlos durch Gegner überwacht wurde.
Nie gab er sich der Traurigkeit oder Depression hin, auch wenn es nie an Motiven und Umständen fehlte, ihm den Mut zu nehmen.
Furchtlos, stets freundlich zu Kranken, zu ermüdenden Begleitern, milde angesichts des moralischen Elends der andere Seele Leidenden, voll Mitleid ob des allgemein Unwissens, Gott vertrauend, selbst auf dem Kalvarienberg.
Er war sich stets der Größe des Auftrags bewusst, mit dem er betraut worden war. Nie war er ängstlich, nie ließ er nach zu lieben, auch wenn selbst lieblos und ungerecht behandelt. Scheinbar besiegt, endete er, indem er alle perversen Zwänge und ihre Folgen besiegte. (Buch- Diamantmine der Liebe/ Divaldo Franco,Geistwesen Joanna de Ângelis)
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